31. August bis 6. September 2026


Montag 31. August 2026

Temperatur 19 bis 32 Grad

Morgenstimmung am Strand von Pristol. Schwäne jagen über die Wasseroberfläche. Die Schafe werden wieder zur Tränke geführt. Und bei ihnen liegt Liebe in der Luft.

Boote und Lastkähne ziehen die Donau entlang. Gemütliches Frühstück mit Blick auf die Donau. Dann geht es den Feldweg zurück nach Pristol. Weiter nach Calafat zum Einkaufen. Danach zum heutigen Stellplatz westlich von Ciupercenii-Noi.

Die Anfahrt auf den asphaltierten Straßen zum nächsten Stellplatz bei Ciupercenii Noiwar schon abenteuerlich genug. Ziegenherde auf der Hauptstraße, Eselgespann und Pferdegespann in den Dörfern. Rumänien von seiner ländlichen Seite. Und dann ging es auf den letzten Kilometern über Schotterstraßen und die letzten beiden Kilometer über Pfade die sich teilen und wieder zusammenkommen. Ist eine Mischung von Apple Maps möchte jetzt den linken Pfad nehmen, der Rechte schaut aber besser zu fahren aus. Und in der Ferne sieht man das sich die beiden Pfade später wieder vereinen. Also kann man ruhig den etwas besser zu fahrenden nehmen.

📝 Fakten für den Stellplatz:

  • Die Sahara Rumäniens: Westlich von Ciupercenii Noi das absolute Paradies mit echten Binnensanddünen direkt an der Donau.
  • Einsamkeit pur: Riesige Sandstrände im Naturschutzgebiet, die für normale Wohnmobile komplett unerreichbar sind.

Und natürlich wieder jede Menge Vögel im Abendlicht. Bin schon gespannt auf morgen früh. Schließlich sind heute schon einige sehr nahe bei der Kabine gestanden. War leider gerade unterwegs und als ich zurückkam flogen sie weg. Also mal sehen was ich morgen von der Kabine aus sehe.

  • 🗺️ Strecke: Pristol nach Ciupercenii Noi
  • 🛣️ Distanz: 74,78 km
  • ⏱️ Dauer: 1:58 h
  • 🚗 Schnitt: 37,9 km/h
  • ⛽ Verbrauch: 8,41 l/100km

Dienstag 1. September 2026

Temperatur 18 bis 33 Grad

Kurz vor Sonnenaufgang zog noch eine Gewitterfront durch. Ich ging heute am Strand entlang. Dabei war klar erkennbar das die Wasserlinie Moment ca. 15 Meter weiter weg vom Ufer verläuft. Interessant war das in meinem Bereich es sehr flach abfiel zum Ufer. Weiter nördlich bildete sich eine Abrisskante genau an der Baumline die immer höher wurde. Im höchsten Bereich waren Bruthöhlen von Bienenfressern zu sehen. Aber die waren bereits leer da sich die Vögel für den Zug in den Süden sammelten. Aber sie waren in der Luft noch zu hören.

🌳 Die Baum-Riesen mit den geteilten Stämmen. Bei diesen gewaltigen Bäumen direkt an der Wasserlinie handelt es sich mit Sicherheit um Silberweiden (Salix alba) oder Schwarzpappeln (Populus nigra) – die absoluten Charakterbäume der Donau-Auenwälder.

  • Das Rätsel der Mehrfachstämme: Dass sich die Riesen schon knapp über dem Boden in zwei oder drei mächtige Stämme teilen, ist eine faszinierende Überlebensstrategie. Wenn diese Bäume jung sind, werden sie bei Frühjahrshochwassern oft komplett überschwemmt. Die reißende Strömung und Treibholz knicken den Haupttrieb um oder verletzen ihn. Der Baum reagiert darauf, indem er aus der Basis heraus mehrere gleichberechtigte Not-Triebe (sogenannte „Stockausschläge“) bildet. Sie wachsen dann gemeinsam als gigantische, mehrstämmige Skulpturen heran.
  • Das Wurzel-Geheimnis: Diese Auenbäume lieben das Wasser. Dass sie im Normalfall nur 15 Meter von der Wasserlinie entfernt stehen, macht ihnen gar nichts aus. Ihre Wurzeln können monatelang komplett im sauerstoffarmen, überschwemmten Schlamm überleben.

🧗‍♂️ Das Entstehen der Abrisskante und die freien Wurzeln. Mein Spaziergang nach Norden zeigt die dynamische Kraft der Donau, die hier als absolut wilder, unregulierter Fluss arbeitet.

  • Da die Donau westlich von Ciupercenii Noi eine Kurve macht, steht man auf einer sogenannten Gleithang-Zone, die flach ausläuft und wo sich der Sand ablagert.
  • Weiter nördlich wandelt sich das Ufer jedoch in einen Prallhang. Hier drückt die Strömung bei Hochwasser mit voller Wucht gegen das Land. Das Wasser unterspült das Ufer, der Boden bricht weg, und es entsteht die beobachtete Abrisskante.
  • Dass dort die Wurzeln der Bäume frei in der Luft hängen, dokumentiert diesen ständigen Kampf: Die Donau holt sich jedes Jahr ein Stück des Waldes zurück.

🦜 Die Bienenfresser-Wände und der herbstliche Aufbruch. Die Löß- und Lehm-Abrisskanten an der Donau sind das absolute Hauptquartier des Bienenfressers (Merops apiaster), dem wohl farbenprächtigsten Vogel Europas.

  • Die verlassenen Höhlen: Die Brutzeit der Bienenfresser endet Mitte Juli. Die Eltern und die Jungen nutzen die tiefen, selbst gegrabenen Röhren in der Steilwand im August nicht mehr zum Schlafen.
  • Warum sie noch in der Luft hörbar sind: Dass die Vögel heute Morgen (am 1. September) noch lautstark in der Luft hören waren, ist ein echtes Spätsommer-Phänomen. Ihr typischer, wunderschöner Ruf (ein rollendes, flötendes „Prrrüt“ oder „Chrütt“) ist unverkennbar. Die Vögel sammeln sich genau jetzt in diesen Tagen zu großen Schwärmen. Sie jagen hoch in der Luft über den Auenwäldern nach Libellen und Wespen, um sich Fettreserven anzufressen.
  • Der Countdown läuft:  Anfang September – also genau in den nächsten Tagen – brechen die Bienenfresser gesammelt auf. Sie verlassen Rumänien und fliegen in einem spektakulären Langstreckenflug quer über das Mittelmeer und die Sahara bis in ihr Winterquartier nach Südafrika.

Nachdem ich noch einiges an meiner neuen Homepage eingerichtet und gegen wichtige Attacken abgesichert hatte setzte ich mich mit der Kamara in den Schatten eines Baumes um beobachtete die Vögel. Ein zwei Fischer waren auch noch beim angeln. Kurz zog mal der Grenzschutz auf der Donau vorbei. Ansonsten Möwen beim Sturzflug in die Fluten. Raben zogen durch. Gegen Abend war wieder der typische Gesang der Bienenfresser in der Luft. Ziemlich hoch beim jagen nach Insekten. Aber ein paar Aufnahmen gelangen mir trotzdem. In der Ferne sah ich eine ganze Menge Möwen auf einer durch das Niedrigwasser freigelegten Sandbank die Abendsonne genießen. Kurz vor Sonnenuntergang kamen auf einmal Schwärme von Singvögeln aus den Dünen des Hinterlandes und zogen über die Donau.

Während des Abendessen genoss ich noch einen traumhaften Sonnenuntergang über der Donau mit Blick nach Bulgarien.

Mittwoch 2. September 2026

Temperatur 17 bis 33 Grad

Bei dieser Aussicht lässt sich das Frühstück genießen bevor es heute weiter geht zum nächsten Spot.

Noch einige Impressionen von der bulgarischen Seite bei meinem Versuch am Ufer entlang den nächsten Punkt anzufahren. Leider ist es mir in den Wegen nicht gelungen. Zweimal kam ich in eine Sackgasse. Genaueres unten bei der Karte.

Beim Versuchen den nächsten Spot anzufahren kam ich an der Kirche in Desa vorbei. Ergibt mal einen kleinen Einblick in die Dörfer der Region Walachei. Bei der Fahrt zu dem Spot an der Donau kam ich immer wieder bei alten Brunnen vorbei. Der Spot selber war leider komplett zugewachsen und damit keine Möglichkeit hier zu übernachten. Also auf zum nächsten.

Bei der heutigen Fahrt sah ich immer wieder Hügelketten und darüber die Konturen von Bergen. Die ich später am Schlafplatz dann hinter mir hatte und sich auf der bulgarischen Seite der Donau herausstellten.

Geografisch blickt man dort auf ein ungemein faszinierendes und asymmetrisches Naturphänomen: Man sieht die Moesische Platte bzw. das Bulgarische Hügelland der Donautiefebene (Dunavska Ravnina). Dass diese Hügelkette auf der bulgarischen Seite im krassen Gegensatz zum flachen, rumänischen Ufer steht, hat einen spannenden geologischen Grund, der die gesamte Landschaft dort dominiert:

🏜️ Das Geheimnis des „Asymmetrischen Flusstals“. Die Donau hat sich hier im Laufe der Jahrmillionen ein asymmetrisches Tal gegraben.

  • Die flache rumänische Seite: Durch die Corioliskraft der Erddrehung und tektonische Verschiebungen drückt der Fluss den Hauptstrom seit Urzeiten stur nach Süden. Die rumänische Seite (wo Sie stehen) blieb dadurch eine flache Tiefebene (Tiefland von Oltenien), auf der sich Sandstrände und Moore bilden.
  • Die steile bulgarische Seite: Auf der bulgarischen Südseite prallt das Wasser mit voller Wucht gegen das Festland. Die Donau hat dort die moesische Platte regelrecht angeschnitten. Das, was Sie als Bergkette wahrnehmen, ist eine gewaltige, bis zu 150 Meter hohe Löss-Abbruchkante und Steilstufe. Sie zieht sich fast über das gesamte bulgarische Donauufer und bricht oft in schroffen Klippen und tiefen Tälern direkt zum Wasser hin ab. 🏔️ Was Sie da genau im Hintergrund sehenAufgrund der extremen Weite des Flusstals verschwimmen die Konturen im Dunst. Ihre Beobachtung teilt sich geografisch in zwei Ebenen auf:

🏔️ Was man da genau im Hintergrund sieht. Aufgrund der extremen Weite des Flusstals verschwimmen die Konturen im Dunst. Die Beobachtung teilt sich geografisch in zwei Ebenen auf:

  1. Die direkte Hügelkette (Das Donau-Ufer): Das sind die Ausläufer der bulgarischen Donautiefebene, insbesondere die Region um die Hafenstadt Lom und die Hochebene von Zlatiata. Die Hügel erheben sich dort wellig auf etwa 150 bis 250 Meter über dem Meeresspiegel. Weil Sie im absoluten Flachland stehen, wirken diese plateuartigen Steilwände aus der Ferne wie ein echtes Mittelgebirge.
  2. Die echte Bergkette am Horizont (Bei klarer Sicht): Wenn die Luft am späten Nachmittag oder nach einem Regenschauer aufklart, sehen Sie im Dunst dahinter die echten Ausläufer des Westbalkans (Fore-Balkan / Stara Planina). Die Berge der Shiroka Planina steigen dort relativ schnell auf stolze 800 bis 1.100 Meter an.

War zwar eine etwas schwierige Anfahrt heute auf Grund von zwei Fehlversuchen. Stand dann aber ein einem idyllischen Platz bei Pisculet direkt an der Donau. Kühe traten von alleine am Abend ihren Heimweg an. Es war die ganze Zeit kein Hüter zu sehen. Später nach Sonnenuntergang als das Licht nicht mehr für Fotos reichte kamen auch noch einige Schweine vorbei die den Tag irgendwo an der Donau verbracht hatten. Wieder komplett alleine.

Was mir auch die letzten Tage immer wieder auffiel war der einsetzende Wind kurz vor Sonnenaufgang oder bei Sonnenuntergang. Der ist wohl auf folgendes Phänomen zurückzuführen:

Von Meteorologen als „Flurwind“ oder thermischen Land-Wasser-Windwechsel bezeichnet. Dass der Wind exakt vor Sonnenaufgang und nach Sonnenuntergang kurz auffrischt, liegt an den extremen Temperaturunterschieden zwischen der riesigen Wassermasse der Donau und dem trockenen Festland (der Walachischen Tiefebene):

🌅 Das Phänomen nach Sonnenuntergang (Der Abend-Ausgleich)

  • Die Ausgangslage: Tagsüber heizen sich die flachen Sandstrände, die vertrockneten Felder und die bulgarischen Lösswände extrem stark auf. Die Luft darüber steigt nach oben, wodurch ein lokales Tiefdruckgebiet über dem Land entsteht. Die träge, tiefe Donau hingegen bleibt relativ kühl.
  • Der Umschwung: Sobald die Sonne untergeht, kühlt der sandige Boden in Sekundenschnelle radikal ab. Die Donau speichert die Wärme des Tages jedoch wie eine riesige Wärmflasche. Plötzlich drehen sich die Druckverhältnisse um: Die Luft über dem warmen Wasser steigt auf, und die kühle, schwere Luft vom Land strömt mit Wucht in Richtung Flussbett, um das Defizit auszugleichen. Das ist der frische Windstoß, den Sie abends am Steilufer spüren.

🌄 Das Phänomen vor Sonnenaufgang (Der Morgen-Wechsel)

  • Die Ausgangslage: Nach einer langen, klaren Nacht ist das Festland eiskalt abgekühlt. Die Donau ist im Vergleich dazu immer noch lauwarm.
  • Der Umschwung: Kurz vor Sonnenaufgang ist der Temperaturunterschied zwischen dem kalten Land und dem warmen Wasser am allergrößten. Bevor die Sonne den Boden wieder erwärmen kann, sackt die kalte Landluft ab und drückt als spürbare, kühle Brise flussabwärts über das Ufer. Sobald die Sonne den Boden am Vormittag gleichmäßig erwärmt hat, bricht dieses Thermik-System zusammen – und es wird wieder absolut windstill.

Ein weiteres Phänomen das mir auffiel waren die Bäume die alle im gleichen Winkel wuchsen. Dafür gibt Google folgende Erklärung:

Dass der Boden um die Bäume herum für das Auge flach oder kaum abschüssig wirkt, ist die perfekte Tarnung eines geologischen Rotationsrutsches (Slump).Wenn ein riesiger Uferblock an einer kreisförmigen Tiefenlinie abreißt und nach hinten wegkippt, passiert an der Oberfläche etwas Verblüffendes:

🧩 Der "Präsentierteller"-EffektDer abgebrochene Erdblock rutscht nicht wie eine Lawine im steilen Winkel den Hang hinab. Stattdessen sackt er als kompakte, in sich völlig intakte Einheit ab.

  • Die Täuschung: Die Oberfläche dieses gigantischen Blocks bleibt dabei fast waagerecht und topfeben. Wenn man als Betrachter mitten auf diesem Block stehen, meldet das Gehirn: „Hier ist alles flach.“
  • Die Neigung der Bäume: Da der gesamte Block im Fundament gekippt ist, stehen die Bäume im Verhältnis zu dieser scheinbar flachen Oberfläche senkrecht – aber im Verhältnis zur echten Erdachse (und zur Donau) sind sie alle im exakt selben Winkel schief.

🚜 Zwei Möglichkeiten, wie das entstanden ist:

  1. Der Treppen-Rutsch: Das Steilufer bricht oft in Stufen ab. Man steht vermutlich auf einer solchen tiefer gelegenen, flachen Terrasse direkt über dem Fluss. Der Boden um einen herum ist eben, aber die gesamte Terrasse war durch den Rutsch dauerhaft in Schieflage geraten.
  2. Die künstliche Begradigung: Es ist auch gut möglich, dass die Einheimischen, die dort oben ihre Fischerhütten und Wohnwagen aufgestellt haben, die Oberfläche dieses abgesackten Blocks mit Schaufeln und Traktoren über die Jahre bewusst begradigt und planiert haben, um Stellplätze zu schaffen. Die Bäume jedoch wurden nicht angerührt und konservieren bis heute die ursprüngliche Schieflage des Rutsches.

Eigentlich wollte ich von meinem grünen Startpunkt auf der Karte das Ufer entlang bis zu dem ersten großen See der von der Donau abgeschnitten ist. Obwohl hier als Feuchtgebiet eingezeichnet, ist die Gegend im Sommer speziell heuer komplett trocken und die Pfade die von der Landwirtschaft genutzt werden fest. Allerdings wird teilweise kreuz und quer gefahren und wenn man isch nicht auskennt kommt man wie ich zweimal an eine Sackgasse. Der zweite Versuch endete dann zwar an der Donau. Aber der See war komplett ausgetrocknet und kein Stellplatz möglich da jede freie Fläche von Fischerhütten besetzt war. Am letzten Platz war der See zwar auch ausgetrocknet aber dafür ein Stellplatz an der Abrisskante zur Donau neben einem Bereich mit Fischerhütten möglich.

  • 🗺️ Strecke: Ciuperceni nach Pisculet
  • 🛣️ Distanz: 73,91 km
  • ⏱️ Dauer: 2:59 h
  • 🚗 Schnitt: 24,6 km/h
  • ⛽ Verbrauch: 16,09 l/100km

Donnerstag 3. September 2026

Temperatur 18 bis 31 Grad

Morgens nach dem Frühstück Abfahrt von Pisculet. Hier sieht man nochmal die ausgefahrenen Pfade durch die Wiesen und Wälder um an die Donau zu gelangen.

Bei der Anfahrt an den nächsten Stellplatz machte ich einen kleinen Abstecher ins Landesinnere. Hatte auch einen Grund. Um für größere Downloads Daten zu sparen habe ich mir die Wifi4EU Applikation geladen. Die zeigt alle aktiven Hotspots in der EU an. Die Kirche in Covei hat sich an dem Programm beteiligt. Also machte ich es mir im Schatten vor der Kirche gemütlich und brachte meine Apps am Handy auf neuesten Stand. Und lud meine Podcasts der letzten Wochen nach. Das hat das letzte mal beim Lidl in Serbien funktioniert. Je nach Lidl Filiale funktioniert das mehr oder weniger gut. Aber Wifi4EU ist da wirklich eine Hilfe.

Der Stellplatz bei Bistret zeigte bei der Ankunft das typische rumänische Landleben. Fischer die mir stolz ihren Fang präsentierten. Pferdefuhrwerke die Holz aus den Auwäldern holten. Im Gegensatz zum Landesinneren der Walachei, wo riesige Felder mit Maschinen bestellt werden sind am Ufer der Donau noch überwiegend kleine Landwirtschaften ohne großartige maschinelle Hilfe zugegen.

Bei nicht so optimalen Licht schaute ich mal was sich so im Schilf rund um das Einlaufbauwerk abspielte. Im Schilf hockten jede Menge Rallenreiher und spähten nach Futter. Flogen von einem Punkt zum nächsten. So kamen einige doch ganz schön nahe heran und gaben schöne Motive wie sie auf den Halmen standen und sich im Wasser spiegelten. Beim Fangen eines Fisches konnte ich leider keinen beobachten.

Bei bestem Abendlicht nahmen dann die Flugaktivitäten zu. Die Rallenreiher begaben sich an ihre Übernachtungsplätze. Es kann sich auch schon mal ein Nachtreiher dazwischen geschummelt haben.

Nach den Vögeln noch ein paar Landschaftsimpressionen im letzten Abendlicht bevor ich es mir in der Kabine beim Abendessen gemütlich machte. Nachdem das nur ein Parkplatz an dem Feldweg ist der von Anglern benutzt wird, habe ich mich nicht draußen aufgehalten. Um 21:00 kam noch der rumänische Grenzschutz vorbei und wollte meinen Reisepass sehen. Sonst kam zwar in Serbien und auch in Rumänien das eine oder andere mal auch sehr abseits die Polizei vorbei. Machte aber nie halt und kontrollierte.

  • 🗺️ Strecke: Pisculet nach Bistret
  • 🛣️ Distanz: 70,37 km
  • ⏱️ Dauer: 2:12 h
  • 🚗 Schnitt: 31,8 km/h
  • ⛽ Verbrauch: 9,24 l/100km

Freitag 4. September 2026

Temperatur 18 bis 33 Grad

Morgenstimmung am Stellplatz. Die ersten Angler sind auch schon da. Aussicht beim Frühstück auf die weite des Landes Richtung Donau.

Bevor ich mich an die Sichtung der Fotos vom Vortag machte gab es noch Action am Kanal vor dem Einlaufbauwerk. Rallenreiher, Seidenreiher und Möwen gaben sich bei bestem Licht nach dem Frühstück ein Stelldichein.

Am Nachmittag kam ich in Corabia an. Nach den letzten Tagen teilweise abseits jeder Infrastruktur wollte ich mal die lokale heimische Küche ausprobieren. Also nahe der Donau geparkt und rumänisches Bier und Fisch probiert. So ganz komme ich mit der rumänischen Küche im Gegensatz zur ungarischen und serbischen noch nicht klar. Der Salat war eigentlich diverses rohes Gemüse mit einer herb schmeckenden Dressing. Zum Fisch gab es Maisbrei. Dazu zwei Soßen die für nicht auch nicht wirklich Geschmack hatten. Und auch hier in der Stadt wieder die Zweiklassenlandwirtschaft zu sehen. In der Ferne am Hafen die modernen Agrarsilos zur Verladung an der Donau und an meinem Stellplatz Gleise die einen Güterbahnhof darstellen. Keine Silos. Eine griechische Lok mit Waggons die mit einer von einem Traktor betriebenen Förderschnecke von LKW beladen werden.

⚠️
Verkehr in Rumänien was mir bis jetzt aufgefallen ist

🔹 In Rumänien braucht meine eine elektronische Maut auch auf Hauptstrassen außerhalb von Ortschaften.
🔹 Pferdefuhrwerke auf Hauptstraßen möglich. Besondere Vorsicht bei Dunkelheit. Sollten Rückstrahler haben. Und sollten registriert sein und Kennzeichen besitzen (meist schwarz auf gelben Grund).
🔹 Modernere Bauern haben schon kleine Dreiradfuhrwerke mit Motor. Ob die nachts ordentlich beleuchtet sind wage ich teilweise vom Zustand her bezweifeln.
🔹 Die Straßen auch Hauptstraßen sind sehr eng. Es kann schon mal vorkommen das ein Sattelschlepper in einer unübersichtlichen Kurve die Gegenfahrbahn benötigt (heute im Rückspiegel gesehen der Sattelschlepper hinter mir und Gegenverkehr).
🔹 Vor Fußgängerübergängen teilweise Schwellen. Also Grundsätzlich Vorsicht. In Serbien konnte man sich darauf verlassen. Fußgängerübergang grundsätzlich Schwellen.
🔹 Schafherden, Ziegenherden nach unübersichtlichen Kurven oder Kuppen.
🔹 Begräbniszug mit Autos welche den Verblichenen von seinem Haus durch den Ort zum Friedhof geleiten. Sozusagen der letzte Weg begleitet von der Gemeinde und Verwandtschaft.
🔹 Zumindest für die Walachei gilt bis jetzt eher defensiv fahren. Was sich ja in der heutigen Fahrzeit niederschlägt. Trotz überwiegend Hauptstraßen statt der prognostizierten 1:24 2:05 benötigt.

  • 🗺️ Strecke: Bistret nach Corabia
  • 🛣️ Distanz: 87,47 km
  • ⏱️ Dauer: 2:05 h
  • 🚗 Schnitt: 41,7 km/h
  • ⛽ Verbrauch: 7,04 l/100km

Samstag 5. September 2026

Temperatur 17 bis 35 Grad

Am kühlen Morgen noch ein bisschen die Umgebung meines Stellplatzes erkundet. Danach Frühstück und dann weiter nach Viisoara.

Eigentlich war heute eine etwas längere Etappe geplant. Zuerst habe ich mal in Turnu Magurele mit Porridge Vorräte aufgefüllt. Da Lidl in Rumänien dies nur saisonal führt habe ich bei Kaufland vorbeigeschaut. Wieder ein totaler Kontrast. Während Lidl Filialen die Größe von unseren haben und auch gleich aufgebaut sind hat mich Kaufland überrascht. Eine Größe und Produktauswahl die z. B. auch Eurospar welche ja die größten Filialen sind in den Schatten stellt. Hätte ich mir von der Größe eventuell in Bukarest vorgestellt. Zum endgültigen Ziel hat mich die Navigation eine Abkürzung geführt. Dabei kam ich bei einem kleinen Weihersystem im Zulauf zum Lacul Suhaie vorbei. Da der Weiher überschaubar von der Größe war und eine stattliche Anzahl an Schwänen, Teichhühnern und Möwen hatte beschloss ich hier den Abend zu verbringen da er sich ideal zum fotografieren eignete.

Am Abend kam dann noch eine Schar Gänse vorbei. Diese wurde von einem Hund nur ins Wasser gescheucht. Sie flogen nicht weg. Da der Weiher überschaubar war und wenn man sich ruhig verhielt kamen auch die Reiher relativ nahe.

Schäfer und Ziegenhirte trieben ihre Herden im Abendlicht nach hause. Die Schafe blieben auf der anderen Seite des Weihers und bogen dort ab nach hause. Die Ziegen kamen aber auf meine Seite und wanderten bei mir vorbei. Das ergab herrliche Aufnahmen, da sie Richtung Westen getrieben wurden dann teilweise in schönem Gegenlicht.

Letzte Übersichtsaufnahmen bevor die Sonne endgültig unterging. Ich stand zwar an einer Nebenstraße und der Verkehr welches schon tagsüber nicht extrem war ließ nach Sonnenuntergang komplett nach. Allerdings macht sich hier die industrielle Landwirtschaft bemerkbar. Ein Bauer nutzte die kühle nacht damit die Felder nicht zu schnell trocken wurden, um mit seinem großen Traktor und Güllefaß bis Mitternacht seine Felder zu düngen. War nicht so dramatisch. Er kam immer aus dem Ort wo er das Faß auffüllte, fuhr bei mir so einmal in der Stunde vorbei und düngte Felder in einer Entfernung das es keine Geruchsbelästigung gab.

  • 🗺️ Strecke: Corabia nach Viisoara
  • 🛣️ Distanz: 60,24 km
  • ⏱️ Dauer: 1:28 h
  • 🚗 Schnitt: 41 km/h
  • ⛽ Verbrauch: 7,39 l/100km

Sonntag 6. September 2026

Temperatur 21 bis 31 Grad

Der Morgen begann leicht bewölkt, aber trotzdem schönes Licht zum Fotografieren. Die erwachsenen Schwäne zogen gemächlich ihre Bahnen. Die jungen waren etwas agiler und zogen ein paar Kreise über dem Dümpel, welches schöne Spiegelungen der aufgehenden Sonne im Wasser erzeugte. Möwen fütterten ihren am Pfahl wartenden Nachwuchs. Und ein Bauer fuhr mit seinem Gespann den Hügel hinauf in den Ort. Eigentlich sollte es hier Pelikane geben sagte mir gestern ein Einheimischer. War jetzt schon der zweite Ort wo mir das gesagt wurde. Aber leider wieder Fehlanzeige. Naja gibt sicher noch einige Möglichkeiten, vor allem im Donaudelta.

Heute mal nur mehr ein paar Fotos vom heutigen Stellplatz am Hafen von Giurgiu. War bis jetzt der schlechteste Streckenabschnitt von der Fahrbahnbeschaffenheit. Schlägt sich auch in der Durchschnittsgeschwindigkeit nieder obwohl ich heute nur auf asphaltierten Straßen unterwegs bin.

  • 🗺️ Strecke: Viisoara nach Giurgiu
  • 🛣️ Distanz: 92,67 km
  • ⏱️ Dauer: 2:18 h
  • 🚗 Schnitt: 40,2 km/h
  • ⛽ Verbrauch: 7,08 l/100km