
28. September bis 4. Oktober 2026
Montag 28. September 2026
Temperatur 8 bis 24 Grad
Heute ging es am Rand des Tokajer Landes durch den östlichsten Bereich Ungarns in die Slowakei. Schlafplatz war am Rande von Ladmovce an einem Picknickplatz.









Tanken 707 Forint = 1,93 Euro
- 🗺️ Strecke: Gergelyiugornya nach Ladmovce
- 🛣️ Distanz: 70,79 km
- ⏱️ Dauer: 1:36 h
- 🚗 Schnitt: 44,2 km/h
- ⛽ Verbrauch: 7,38 l/100km
Dienstag 29. September 2026
Temperatur 12 bis 23 Grad
Zwischenstopp in Malá Tŕňa im slowakischen Tokajer Land. Von einem im Stil eines Weinfasses erbauten Aussichtsturm die Umgebung fotografiert.
Informationen Slowakisches Tokajer Land
Malá Tŕňa ist das Herzstück des slowakischen Tokaj-Anbaugebiets. Das Dorf liegt im Südosten der Slowakei, direkt an der Grenze zu Ungarn, und ist von sanften Hügeln voller Weinreben umgeben.Hier sind die wichtigsten Kernaspekte zu diesem Ort:
- Geografische Besonderheit: Die Region profitiert von einem speziellen Mikroklima mit langen, warmen Herbsttagen und vulkanischen Böden. Das ermöglicht den Anbau der drei traditionellen Rebsorten: Furmint, Lipovina und Gelber Muskateller.
- Die Weinkeller: Unter dem Dorf erstreckt sich ein weitläufiges Netz aus historischen, in den Tuffstein gehauenen Kellern. An den Wänden dieser Keller wächst der edle Keller-Schimmel (Cladosporium cellare), der entscheidend für das Raumklima und die Reifung des Tokajer Weins ist.
- Der Weinstil: Bekannt ist der Ort vor allem für den "Tokajský výber" (Aszú). Hierbei werden edelfaule Rosinen von Hand gepflückt und dem Wein beigemischt, wodurch extrem langlebige und komplexe Süßweine entstehen.







Nach dem Einkauf ging es weiter nach Lúčky. Ein kleiner Kurort in der Nähe eines See. Habe einen kleinen Umweg gefahren weil ich zuerst einen Platz an der Westseite des Sees angefahren habe. Der war aber in der Zwischenzeit nicht mehr zugänglich. Also einmal um den See herum und dann gab es den besseren Blick für den Sonnenuntergang.









- 🗺️ Strecke: Ladmovce nach Lucky
- 🛣️ Distanz: 102,61 km
- ⏱️ Dauer: 2:24 h
- 🚗 Schnitt: 42,7 km/h
- ⛽ Verbrauch: 8,29 l/100km
Mittwoch 30. September 2026
Temperatur 7 bis 24 Grad
Runina ein Ort in den Waldkarpaten welcher als Ort mit der geringsten Lichtverschmutzung gilt. Das letzte Bild zeigt es deutlich. Nicht einmal die Ortsbeleuchtung streut besonders. Von den weiteren Lampen im Ort ist nicht einmal ein Schein zu sehen. Nach 22:00 Uhr wird es komplett dunkel. Leider hatten wir abnehmenden Vollmond und damit war es nicht komplett dunkel.
Runina ist das am höchsten gelegene Dorf im Bezirk Snina in der Ostslowakei und bekannt für seine Lage im Nationalpark Poloniny sowie seine extrem geringe Lichtverschmutzung. Die wichtigsten Besonderheiten
- Sternenbeobachtung: Das Dorf liegt im Poloniny Dark Sky Park (Park ciemnego nieba Poloniny), der außergewöhnlich gute Bedingungen zum Beobachten des Nachthimmels bietet, da es hier fast kein künstliches Streulicht gibt.
- Natur und Lage: Runina ist auf 550 Metern Höhe im Gebirge Bukovské vrchy eingebettet und dient als idealer Ausgangspunkt für Wanderungen in den Karpaten.
- Kultur und Bevölkerung: Die kleine Gemeinde ist historisch und sprachlich stark von der Minderheit der Russinen geprägt; die Mehrheit der Einwohner gehört der orthodoxen Kirche an.
- Sehenswürdigkeiten: In der Nähe befindet sich die Pilgerstätte Tri studničky (Drei Brunnen), die mit einer angeblichen Marienerscheinung verbunden ist, sowie historische Soldatenfriedhöfe aus dem Ersten Weltkrieg. [1, 2]









- 🗺️ Strecke: Lúčky nach Runina
- 🛣️ Distanz: 81,01 km
- ⏱️ Dauer: 1:44 h
- 🚗 Schnitt: 46,7 km/h
- ⛽ Verbrauch: 8,93 l/100km
Donnerstag 1. Oktober 2026
Temperatur 5 bis 19 Grad
Bevor es weiter geht. So schaut der Ausblick auf das Dorf bei Morgenlicht aus. Selbe Position als gestern das letzte Bild kurz bevor die Straßenbeleuchtung ausgeschalten wurde.

Letzte Station in der Slowakei bei Palota direkt an der slowakisch polnischen Grenze. Abseits ein kleiner Picknickplatz und ein Denkmal für die gefallenen des ersten Weltkrieges. Da ich diese Woche drei Grenzübergänge hatte die total unterschiedlich waren eine kurze Beschreibung.
Rumänien Ungarn eine riesige Abfertigungsanlage die seit Beginn 2025 nicht mehr in Betrieb ist. Aber so heruntergekommen das kann nicht in den letzten 1,5 Jahren passiert sein.
Ungarn Slowakei Null Kontrollinfrastruktur. Zwei Feldwege die zu Ostblockzeiten und vor Schengen im Niemandsland endeten und damit erst nach Schengen jetzt den lokalen Grenzverkehr für die Orte der Region ermöglichen.
Slowakei Polen Null Kontrollinfrastruktur aber gut ausgebaut und nach Schengen in Betrieb genommen.
Fakten zu den verschiedenen Grenzübergängen
Der nordwestlichste Punkt an der Grenze zwischen Rumänien und Ungarn liegt im Kreis Satu Mare in der Nähe von Petea und Urziceni nahe dem Dreiländereck mit der Ukraine. Viele dieser alten Abfertigungsanlagen stammen aus den 1970er- oder 1980er-Jahren und wurden nach dem Ende des Ostblocks nur minimal modernisiert, bevor sie durch den Wegfall der Kontrollen ihren Zweck verloren.Hintergründe zur Grenze
- Infrastruktur: Viele Grenzübergänge an den ehemaligen Außengrenzen der EU wurden seit dem EU-Beitritt 2007 kaum baulich verändert, da man bestehende Zweckbauten weiter nutzte.
- Schengen-Status: Seit dem 1. Januar 2025 sind Rumänien und Bulgarien vollständig im Schengen-Raum, wodurch die permanenten Personenkontrollen an den Landgrenzen komplett weggefallen sind.
Meine Beobachtungen vor Ort beschreiben exakt die unterschiedlichen Erschließungsstrategien nach dem Schengen-Beitritt.
1. Pácin (Ungarn) – Veľký Kamenec (Slowakei) Es wurden tatsächlich zwei Straßen absolut niedrigster Ordnung miteinander verbunden.
- Die historische Situation: Zu Ostblockzeiten endeten die Wege in den beiden Dörfern Pácin und Veľký Kamenec einfach als Sackgassen im Feld. Es gab keinerlei physische Straße über die Grenze.
- Der Schengen-Effekt: Nach 2007 (und verstärkt durch lokale EU-Förderprogramme in den Folgejahren) wollten die Gemeinden die historische und familiäre Trennung der ungarischsprachigen Dörfer aufheben. Man hat buchstäblich die alten Feld- und Dorfwege asphaltiert und am Grenzstrich zusammengeführt. Deshalb wirkt es wie eine extrem untergeordnete, fast private Verbindung – sie war nie für den Durchgangsverkehr gedacht.
2. Radoszyce (Polen) – Palota (Slowakei) Der Radoszyce-Pass (Przełęcz Radoszycka) im Beskid-Niski-Gebirge zeigt genau das andere Phänomen: eine höherrangige Straße, die früher künstlich an der Grenze gekappt war.
- Die historische Situation: Historisch war dies ein uralter Handelsweg zwischen Polen und Ungarn. Nach dem Zweiten Weltkrieg und der Festlegung der sozialistischen Grenzen wurde die Straße von den Behörden jedoch bewusst blockiert und dem Verfall überlassen. Auf polnischer Seite führte die Woiwodschaftsstraße DW892 (aus Richtung Komańcza) ins Nichts, auf slowakischer Seite die II/575 (von Medzilaborce) ebenfalls. Es gab dort über Jahrzehnte keinen regulären Grenzübergang.
- Die Reaktivierung: Kurz vor dem Schengen-Beitritt (etwa ab 2005) begann man, den Pass als regional wichtige Verbindung wiederzubeleben. Die Straßen wurden von beiden Staaten komplett neu asphaltiert und ausgebaut. Weil der Übergang erst so spät und direkt für eine offene Grenze fit gemacht wurde, gab es dort nie die typischen, riesigen Ostblock-Abfertigungsanlagen (es existierten vor 2007 nur provisorische, kleinere Container/Häuschen für den "kleinen Grenzverkehr"). Deswegen siehst man heute eine top ausgebaute, moderne Straße, auf der man einfach ohne Unterbrechung ins Nachbarland hinübergleitet.
Das nachträgliche Zusammenflicken lokaler Dorfwege (Pácin) und die großzügige Wiederbelebung einer alten, historisch gekappten Passstraße (Radoszyce).







- 🗺️ Strecke: Runina nach Palota
- 🛣️ Distanz: 88,85 km
- ⏱️ Dauer: 1:46 h
- 🚗 Schnitt: 50,3 km/h
- ⛽ Verbrauch: 8,15 l/100km
Freitag 2. Oktober 2026
Temperatur 9 bis 21 Grad
Schlafplatz war bei Cisowa. Ein Platz den ich schon im Frühsommer bei meiner Rückreise aus Skandinavien besucht hatte. Jetzt in den beginnenden Herbstfarben.









- 🗺️ Strecke: Palota nach Krasiczyn
- 🛣️ Distanz: 90,94 km
- ⏱️ Dauer: 1:52 h
- 🚗 Schnitt: 48,4 km/h
- ⛽ Verbrauch: 8,74 l/100km
Samstag 3. Oktober 2026
Temperatur 10 bis 23 Grad
Heute ging es nur eine kurze Etappe mit Historie in Przemyśl. Vom Parkplatz beim Stadion am Ufer der San ging es durch den Park hinauf zur Festung mit schönem Ausblick auf die Altstadt und den Stadtteil auf der anderen Seite der San. Durch die Altstadt mit dem dichtesten Bestand an historischen sakralen Gebäuden die ich bis jetzt in einer Stadt gesehen habe. Über den Marktplatz zurück zur San und das Ufer entlang zurück zum Parkplatz. Übernachtet habe ich dann am Parkplatz des Friedhofs in Ostrów.
Informationen zu der Anzahl der sakralen Bauten
Die hohe Dichte an historischen sakralen Bauten in Przemyśl ist das Ergebnis seiner jahrhundertealten Rolle als vielvölkisches und multi-religiöses Grenz- und Handelszentrum an der Schnittstelle von lateinischem und orthodoxem Christentum. [1]
Die wichtigsten historischen Gründe dafür sind:
- Sitz zweier (und mehr) Bistümer: Przemyśl war historisch ein bedeutendes geistliches Zentrum. Es war gleichzeitig Sitz von römisch-katholischen, griechisch-katholischen und zuvor auch orthodoxen Bischöfen, was den Bau zahlreicher Kathedralen, Paläste und Kirchen nach sich zog. [1, 2, 3]
- Multikulturelles Erbe (Kresy-Region): Über Jahrhunderte lebten Polen, Ukrainer (Ruthenen), Juden, Armenier und Deutsche (wie die Händlersiedler im Mittelalter) eng zusammen. Jede Glaubensgemeinschaft errichtete eigene Gotteshäuser, Klöster und Synagogen. [1, 2]
- Mittelalterliche und frühneuzeitliche Handelsposition: Durch die günstige Lage an wichtigen Handelswegen gelangte die Stadt im Mittelalter und besonders im „goldenen 16. Jahrhundert“ zu großem Wohlstand. Kaufleute, Könige (wie Kasimir der Große) und Adelsfamilien stifteten zahlreiche Kirchen und Klöster, um ihren Status zu sichern. [1, 2, 3]
- Starke Ordenstätigkeit: Nach der Gegenreformation siedelten sich in Przemyśl zahlreiche katholische Ordensgemeinschaften an (u. a. Franziskaner, Dominikaner, Jesuiten und Karmeliten), die prächtige Klosteranlagen im gotischen, Renaissance- und Barockstil errichteten. [1, 2, 3, 4]
- Überlieferung trotz Wechselfällen: Obwohl die Stadt im Laufe der Jahrhunderte – insbesondere im 17. und 18. Jahrhundert durch Kriege, Einfälle und im 19. Jahrhundert als österreichisch-ungarische Festungsstadt schwer geprüft wurde – blieb ein Großteil der Bausubstanz im historischen Stadtbild erhalten oder wurde nach Bränden und Zerstörungen jeweils zeitgetreu wieder aufgebaut


















- 🗺️ Strecke: Krasiczyn nach Ostrów
- 🛣️ Distanz: 37,69 km
- ⏱️ Dauer: 0:55 h
- 🚗 Schnitt: 40,9 km/h
- ⛽ Verbrauch: 8,01 l/100km
Sonntag 4. Oktober 2026
Temperatur 5 bis 22 Grad
Nach dem Stadtbesuch gestern heute wieder Natur. Czwartowe Pole Trail. Etwas südlich des Nationalparks Roztocze. Welchen ich 2023 besucht hatte. Abseits der 23 Nationalparks gibt es noch unzählige Naturreservate wie dieses hier. Nachmittags gab es für eine halbe Stunde Alarm wegen Angriffen in der Ukraine. Dieser Naturpark liegt nur 35 km von der ukrainischen Grenze und 90 km von Lwiw entfernt.
Derzeitiges Leben in Südostpolen an der ukrainischen Grenze
In einer offiziellen Sicherheitswarnung in Polen (den sogenannten Alert RCB-Kurznachrichten auf dem Handy) steht die Abkürzung RP Airspace für „Republic of Poland Airspace“ (polnisch: Przestrzeń powietrzna Rzeczypospolitej Polskiej), zu Deutsch polnischer Luftraum. [1]
Diese Warnungen werden vom polnischen Sicherheitszentrum (RCB) vor allem an Menschen in den östlichen und südöstlichen Grenzregionen (wie Lublin oder dem Karpatenvorland) verschickt. [1]
Typischer Kontext einer solchen Warnung. Ein häufiger Text lautet beispielsweise:„Alert RCB! Attention! Russian air strike in Ukraine. Situation monitored. Polish Air Force active in RP airspace. Follow updates.“ [1, 2]
Das bedeutet:
- Militärische Aktivität: Aufgrund von russischen Raketen- oder Drohnenangriffen auf die benachbarte Ukraine hat die polnische Armee eigene Kampfjets und die Luftabwehr im polnischen Luftraum in Bereitschaft versetzt oder lässt diese Patrouille fliegen. [1, 2]
- Keine direkte Panik, aber erhöhte Aufmerksamkeit: Der Hinweis dient dazu, die Bevölkerung über den Grund für eventuellen plötzlichen Fluglärm (z. B. durch Überschallknalls der eigenen Abfangjäger) zu informieren.[1, 2]
- Ausnahme akuter Luftalarm: Nur wenn in der SMS explizit dazu aufgefordert wird, Schutzräume aufzusuchen („find a safe place“ / „take shelter“), besteht eine potenzielle Gefahr durch herabstürzende Trümmerteile. In den allermeisten Fällen handelt es sich jedoch um reine Vorsichts- und Informationsmeldungen.









- 🗺️ Strecke: Ostrowe nach Czartowe Pole
- 🛣️ Distanz: 100,5 km
- ⏱️ Dauer: 1:57 h
- 🚗 Schnitt: 51,2 km/h
- ⛽ Verbrauch: 7,63 l/100km