5. bis 11. Oktober 2026


Montag 5. Oktober 2026

Temperatur 5 bis 20 Grad

Nach dem Einkauf in Zamosc ging es zum Schlafplatz beim See Nielisz. An dem Platz war ich auch im Frühsommer bei der Rückfahrt aus Skandinavien. War ein schöner Platz zum fotografieren von Wasservögeln. Die waren aber schon abgezogen. War dann ein schöner Sonnenuntergang. Und nach dem ich die letzte Woche schon vereinzelt Kraniche gehört habe zogen heute 2 Schwärme in typischer V Form in ihre Übernachtungsquatiere.

  • 🗺️ Strecke: Czartowe Pole nach Nawoz
  • 🛣️ Distanz: 69,72 km
  • ⏱️ Dauer: 1:33 h
  • 🚗 Schnitt: 44,7 km/h
  • ⛽ Verbrauch: 8,3 l/100km

Dienstag 6. Oktober 2026

Temperatur 8 bis 22 Grad

Heute gab es den ersten Herbstnebel am Morgen. Nicht zu dicht. Aber er legte einen Schleier über das Land um alles etwas diesig aussehen zu lassen.

Am frühen Nachmittag bei Karczunek im Polesie Nationalpark angekommen. Diesmal am Aussichtsturm des kleineren Moor. Es gibt nur einen schmalen Einblick durch den Windgürtel auf das Moor. Stimmungsvoller Abend vom Aussichtsturm.

Ich hörte von der anderen Seite des Windgürtels das Röhren der Hirsche. Aber es gibt dort keinen Weg auf die andere Seite. Also nur akustisch wahrgenommen. Dafür tauchten kurz vor Sonnenuntergang noch zwei Rehe auf der Wiese auf. Kurz vor 22:00 Uhr noch mal aus der Kabine. Und die Hirsche waren noch immer von beiden Seiten der Straße zu hören.

  • 🗺️ Strecke: Nawoz nach Karczunek
  • 🛣️ Distanz: 89,93 km
  • ⏱️ Dauer: 1:54 h
  • 🚗 Schnitt: 47,2 km/h
  • ⛽ Verbrauch: 7,54 l/100km

Mittwoch 7. Oktober 2026

Temperatur 7 bis 20 Grad

Kurz vor Sonnenaufgang wieder raus auf den Aussichtsturm. Die Hirsche waren noch immer zu hören. Später kamen auch noch die Rufe der Kraniche dazu. Also haben sich doch einige für die Nacht niedergelassen. Entweder kamen sie so spät das ich nicht mehr auf dem Aussichtsturm war. Auf der einen Seite die Laute der Natur. Auf der anderen Seite bestellte ein Landwirt gerade seine Felder indem er Saat für das Frühjahr ausbrachte.

Zumittag den Platz gewechselt. Vorher noch ein Ticket für die Wanderwege im Nationalparkzentrum gekauft. Online hat keine Kreditkarte angeboten. Dafür war dann das Ticket um fünfzig Prozent reduziert gegenüber online. Am späten Nachmittag dann auf dem Wandersteg ins Moor. Traumhaftes Abendlicht. Aber leider keine Kraniche. Habe sie schon letzte Woche immer wieder gehört. Aber nie in Massen gesehen. Also dachte ich nicht das der Zug schon vorbei ist.

  • 🗺️ Strecke: Karczunek nach Zastawie
  • 🛣️ Distanz: 20,08 km
  • ⏱️ Dauer: 0:29 h
  • 🚗 Schnitt: 40,7 km/h
  • ⛽ Verbrauch: 8,22 l/100km

Donnerstag 8. Oktober 2026

Temperatur 9 bis 22 Grad

Es ist zwar ein 2,5 km Anmarsch zum Beobachtungsstand. Aber ich versuchte es heute morgen nochmal. Gestern morgen hörte ich am anderen Platz ja auch noch ein paar Kraniche hinter dem Windschutz obwohl ich abends keine einfliegen gesehen habe. Aber leider nichts. Nur am Weg dorthin wieder einen Hirsch röhren gehört. Aber trotzdem ein schöner Morgen, ganz allein im Moor.

Dafür machen sich die Gänse auf in den Süden. Mal schauen was sich heute Abend und Morgen dort ergibt. Nachdem es direkt beim Parkplatz auch einen Aussichtsturm mit Ausblick auf einen See gibt.

Freitag 9. Oktober 2026

Temperatur 8 bis 14 Grad

Heute Morgen war der strahlende Herbst mal vorbei. Und auch der Teich lag ziemlich verlassen da. Kein Geschnatter der Gänse. Ein einsamer Seidenreiher zog seine Bahn. Irgendwann zogen ein paar Gänse Richtung Süden. Am Lagerfeuer machten sich zwei Wanderer ihr Frühstück. Ein paar Kraniche zogen dann doch noch drüber. Dürften allerdings der letzte Rest sein.

In der Nacht kamen wieder ein paar SMS vom RCB.

Was in der Nacht los war:

Der genaue Ablauf der Nacht

  1. Erste Warnung (ca. 23:10 Uhr): Zunächst verschickte das RCB eine Meldung an Bewohner der Woiwodschaften Lublin und Karpatenvorland (Podkarpackie), dass polnische und alliierte Kampfjets wegen russischer Angriffe nahe der Grenze aufgestiegen sind. [1, 2]
  2. Die Eskalation („Find a safe place“): Kurz darauf stuften die Behörden das Risiko für die Woiwodschaft Lublin hoch. Weil die russischen Raketen oder Drohnen extrem nah an die polnische Grenze heranflogen, reichte der standardmäßige Hinweis „Warten auf weitere Updates“ nicht mehr aus. Das System schaltete auf die akute Schutzaufforderung um: „Find a safe place“ (Suchen Sie Schutz / gehen Sie in Innenräume). Gleichzeitig wurden die bodengestützte Luftabwehr und die Radarsysteme Polens in höchste Alarmbereitschaft versetzt. [1, 2]
  3. Erste Entwarnung & erneute Unruhe: Noch vor Mitternacht wurde diese akute Warnung nach rund 30 Minuten wieder aufgehoben, als die direkte Flugbahn der Objekte abdrehte. Allerdings flogen die Jets kurze Zeit später eine weitere Schutzrunde, woraufhin eine erneute Information folgte. [1, 2]
  4. Endgültige Entwarnung (gegen 01:00 Uhr nachts):Erst als das Operationskommando der polnischen Streitkräfte sicherstellte, dass die Angriffe in der Ukraine nachzulassen begannen und keine Gefahr mehr für polnisches Staatsgebiet bestand, wurde der Einsatz komplett beendet und die endgültige Entwarnung gegeben. [1]

Schlafplatz war bei Lomazy. Ein Picknick- und Angelplatz eines aufgelassenen Ziegelwerkes. Die Ziegelei war von 1960 bis 2008 in Betrieb in Spitzenzeiten wurden 1,8 Millionen Ziegel pro Jahr hergestellt. Danach wurde das Gelände als Erholungsgebiet neu gestaltet.

Warum bleibt das Wasser ohne Zu- und Abfluss stabil:

Dass das Wasser in solchen ehemaligen Tongruben wie der „Łomaska Cegielnia“ stabil bleibt und nicht umkippt oder komplett brackig wird, liegt an einer Kombination aus der spezifischen Geologie des Ortesund den Maßnahmen bei der Revitalisierung. [1]

Obwohl es oberirdisch keine sichtbaren Flüsse gibt, steht das Wasser aus folgenden Gründen nicht einfach tot ab:

1. Die Verbindung zum Grundwasser

Ton und Lehm sind zwar stark wasserundurchlässig (weshalb die Gruben das Wasser überhaupt halten und nicht austrocknen), aber beim Tonabbau wurde so tief gegraben, dass die Becken das Grundwasserniveau angeschnitten haben. Es gibt also einen ständigen, unsichtbaren Austausch mit dem unterirdischen Grundwasserleiter. Neues Wasser drückt von unten nach, während altes Wasser minimal versickert oder verdunstet. Das verhindert ein vollständiges Abstehen.

2. Reinigung und Entschlammung bei der Modernisierung

Als die Gemeinde das Areal vor einigen Jahren für den Tourismus umgebaut hat, wurden die Teiche gründlich gereinigt. Der jahrzehntelang angesammelte, faule Schlamm, organische Abfälle und verrottetes Holz wurden entfernt. Ohne diese dicke Schlammschicht am Boden fehlen die Nährstoffe, die normalerweise zu massiver Algenblüte und Sauerstoffmangel („Umkippen“ des Wassers) führen. [1, 2]

3. Biologische Regulierung durch Fischbesatz

Der Anglerverband nutzt die Teiche aktiv und setzt regelmäßig Fische ein. Ein gesundes Ökosystem aus Fischen, Wasserpflanzen und Mikroorganismen sorgt dafür, dass organische Stoffe (wie hineinfallendes Laub) sofort biologisch abgebaut werden. Pflanzen produzieren zudem den nötigen Sauerstoff für das Wasser. [1]

4. Wind und Tiefe (Natürliche Umwälzung)

Da die Teiche relativ offen liegen, sorgt der Wind für eine ständige Oberflächenbewegung. Dadurch wird permanent Sauerstoff aus der Luft in das Wasser eingetragen. Zudem sind solche Tongruben oft überraschend tief, was im Sommer dazu führt, dass das Wasser unten kühl bleibt und sich nicht so extrem erwärmt – das bremst das Bakteriewachstum.

Kurz gesagt: Die Natur regelt das hier größtenteils selbst über das Grundwasser, unterstützt durch die saubere Vorarbeit bei der Parkgestaltung. [1]

  • 🗺️ Strecke: Zastawie nach Łomazy
  • 🛣️ Distanz: 79,31 km
  • ⏱️ Dauer: 1:32 h
  • 🚗 Schnitt: 51,4 km/h
  • ⛽ Verbrauch: 7,9 l/100km

Samstag 10. Oktober 2026

Temperatur 9 bis 14 Grad

Heute war der Schlafplatz an der weissrussischen polnischen Grenze am Fluß Bug in der Nähe der Ortschaft Mielnik. Der erste wirklich verregnete Herbsttag. Aber damit kommen die Herbstfarben so richtig heraus. Ich habe zwar noch die letzten Häuser des Orts gesehen aber eine komplett stille Nacht hier verbracht.

Tanken 7,99 Zloty = 1,82 Euro Liter

  • 🗺️ Strecke: Łomazy nach Mielnik
  • 🛣️ Distanz: 82 km
  • ⏱️ Dauer: 1:35 h
  • 🚗 Schnitt: 51,5 km/h
  • ⛽ Verbrauch: 8,3 l/100km

Sonntag 11. Oktober 2026

Temperatur 19 bis 34 Grad

Morgens der Blick aus der Kabine. Richtung Fluß noch spätsommerlich grün mit leichtem herbstlichen Farben. Auf der anderen Seite die Herbstfarben in vollem Umfang.

Heute ging es dann weiter nach Narewka. Nur zwei Fotos aus der Vergangenheit. Bin heute zu faul zum fotografieren. Habe dafür bis auf die erste Woche alle Fotos der Tour hochgeladen und die Wochenberichte bis auf die erste Woche ergänzt. Hier bleibe ich ein paar Tage und mache "Urlaub" von der Reise bevor ich zurück nach Hause fahre.

  • 🗺️ Strecke: Mielnik nach Narewka
  • 🛣️ Distanz: 88,16 km
  • ⏱️ Dauer: 1:37 h
  • 🚗 Schnitt: 54,4 km/h
  • ⛽ Verbrauch: 7,76 l/100km