
14. bis 20 September 2026
Montag 14. September 2026
Temperatur 15 bis 21 Grad
Nachdem ich den ganzen Vormittag benötigt habe die Fotos vom Donaudelta gestern zu sichten und zu bearbeiten ging es heute nach dem Wocheneinkauf nur kurz weiter zum Razim See. Es ist der größte Süßwassersee Rumäniens und nur durch einen Landstreifen der an der breitesten Stelle 5 km, aber auch dort mit kleinen Lacken durchsetzt, vom schwarzen Meer getrennt ist. Heute war es der zweite Tag nach 5 Wochen das ich mit langer Hose und langärmligen Hemd unterwegs war.









Fischerdorf Sarichioi
- 🗺️ Strecke: Tulcea nach Sarichioi
- 🛣️ Distanz: 33,54 km
- ⏱️ Dauer: 0:47 h
- 🚗 Schnitt: 33,54 km/h
- ⛽ Verbrauch: 8,53 l/100km
Dienstag 15. September 2026
Temperatur 12 bis 23 Grad
Die Regenfront ist vorüber und heute gab es vor dem Frühstück einen herrlichen Sonnenaufgang der die orthodoxe Kirche mit der goldenen Kuppel in Morgenlicht erstrahlen ließ. Da der Platz direkt am Rande des Dorfes lag bekam ich natürlich das Dorfleben mit. So ab 5:00 hörte man die Hähne krähen. Dann fingen natürlich Hunde zu bellen an. Irgendwann kamen Fischer und fuhren auf den See hinaus.









Sonnenaufgang in Sarichio
Eigentlich wollte ich die Nacht bei Isaccea an der Donau verbringen. Der Platz befindet sich direkt an der Donau im Grenzbereich zur Ukraine. Da ich im Internet Informationen gefunden habe die nicht klar erkennbar machten ob man jetzt hier eine explizite Genehmigung benötigt, habe ich mich dann doch entschlossen nochmal bei Macin zu übernachten. War ein netter Nachmittag. Während ich mich mit meinen Fotos aus dem Donaudelta beschäftigte wurde die Gegend von Fischern mit rumänischer Musik beschallt. War aber keineswegs unangenehm.











- 🗺️ Strecke: Sarichioi nach Macin
- 🛣️ Distanz: 112,77 km
- ⏱️ Dauer: 2:27 h
- 🚗 Schnitt: 46 km/h
- ⛽ Verbrauch: 8,62 l/100km
Mittwoch 16. September 2026
Temperatur 16 bis 25 Grad
Der Kontrast heute beim Frühstück. Letzten Samstag grasten noch Ziegen im Morgenlicht. Heute morgen standen an der selben Stelle Zelte in der Fischer die Nacht verbracht hatten.


Verschieden Morgenstimmungen bei Macin
Es hat mich gestern schon gewundert das am Stellplatz Begleitfahrzeuge von Schwertransportern standen die später am Abend wegfuhren und teilweise heute morgen wieder da waren. Bei meiner Abreise ist mir dann nach der Ausfahrt vom Stellplatz auf der rechten Seite aufgefallen das Baumaschinen standen die Freitag Abend bzw. Samstag morgen bei der Abfahrt Richtung Tulcea noch nicht dort waren. Recherchen ergaben folgendes:
Windparks am Rande des Donaudeltas
Großprojekt in der Dobrudscha: Der Bau neuer Windkraftparks bei Măcin und Brăila. Wer aktuell auf den Straßen rund um Măcin und in der Ebene Richtung Brăila unterwegs ist, wird Zeuge eines logistischen Großprojekts der Energiewende. Die Region erlebt derzeit den Startschuss für die heiße Phase beim Bau massiver neuer Onshore-Windkraftparks.Logistische Meisterleistung im Donauknie. Das Aufkommen von Schwerlasttransportern und deren Begleitfahrzeugen, die vor allem in den Abend- und frühen Morgenstunden die engen Straßen passieren, markiert den Beginn der Montagearbeiten. In den weiten Ebenen nahe dem Donauknick sind bereits die ersten unverkennbaren Anzeichen zu sehen:
- Die ersten Segmente: In der Ebene lagern bereits die massiven Rohrelemente, bei denen es sich um die tonnenschweren Basissegmente (die untersten Turmelemente) der zukünftigen Windkraftanlagen handelt.
- Infrastruktur vor Ort: Parallel dazu laufen die Arbeiten im Gelände. Baumaschinen bereiten den Boden vor, um die tiefen Fundamente auszuheben und die Standflächen für die riesigen Gittermastkräne zu festigen, die für den späteren Aufbau benötigt werden.
- Ablauf nach Plan: Dem Bauablauf entsprechend werden zuerst die Fundamente gegossen und die Turmsegmente angeliefert. Die empfindlicheren Komponenten wie das Maschinenhaus (die Gondel) und die über 80 Meter langen Rotorblätter folgen erst im späteren Verlauf „Just-in-Time“, sobald die Fundamente komplett ausgehärtet sind.
Warum gerade hier? Die Region rund um das Județ Brăila und die angrenzende Dobrudscha gehört aufgrund ihrer geografischen Lage zu den windreichsten Zonen in ganz Südosteuropa. Mehrere internationale Investoren setzen hier aktuell milliardenschwere Großprojekte um. Für Reisende bietet sich dadurch ein faszinierender, direkter Kontrast zwischen der unberührten Natur des nahen Donaudeltas und der absoluten High-Tech-Logistik moderner Energieinfrastruktur.
Besser habe ich die Donaubrücke bei Braila nicht hinbekommen. Die Umfahrung Braila war auch sehr Verkehrsreich. Und hat gezeigt wie kontraproduktiv das Ausleiten der Rechtsabbieger in einem Kreisverkehr für den Verkehrsfluss im Kreisverkehr sein kann.


Die nächsten Tage geht es durch den nördlichen Bereich der Walachei zum Südeingang der Transfogarascher Hochstraße (Transfăgărășan / DN7C). Die heutige Etappe war etwas länger und mühsamer. Sie ging eine lange Strecke über die Hauptverbindung von Braila nach Buzau. Dort herrscht doch wesentlich mehr Verkehr als in den Regionen an der Donau in den letzten Wochen. Das Nachtlager schlug ich in der Nähe von Banita auf. Ein einsamer Platz in der Nähe des Flusses welcher auf Grund der Trockenheit sehr wenig Wasser hatte.









- 🗺️ Strecke: Macin nach Banita
- 🛣️ Distanz: 119,7 km
- ⏱️ Dauer: 2:30 h
- 🚗 Schnitt: 47,6 km/h
- ⛽ Verbrauch: 8,09 l/100km
Donnerstag 17. September 2026
Temperatur 13 bis 26 Grad
Heute hatte ich meinen Stellplatz für die Nacht auf den Hügeln bei der Kirche von Vârfu. Ein perfekter Ort für die goldene Stunde. Der Blick nach Süden in die Walachei. Nach Norden in die hügeligen, bewaldeten Ausläufer der Karpaten und nach Nordwesten die beginnenden transylvanischen Alpen.









Sonnenuntergang bei der Kirche von Vârfu
- 🗺️ Strecke: Banita nach Varf
- 🛣️ Distanz: 74,5 km
- ⏱️ Dauer: 1:34 h
- 🚗 Schnitt: 47,1 km/h
- ⛽ Verbrauch: 8,99 l/100km
Freitag 18. September 2026
Temperatur 13 bis 28 Grad
Blaue Stunde und goldene Stunde. Vor dem Frühstück noch eine kleine Runde gedreht. Das ist das angenehme am Vanlife. Keine lange Anfahrt. Man steht auf, geht raus, macht seine Fotos und setzt sich dann gemütlich zum Frühstück.









Morgenstimmung bei der Kirche von Vârfu
Mittags dann weiter über Ploiesti zu meinem Schlafplatz bei Aricestii. Auf der Fahrt reihte sich teilweise eine Stadt an die Nächste. Die Achse die ich von Braila bis her gefahren bin beinhaltet neben Bukarest einige Großstädte und hatte ein dementsprechendes Verkehrsaufkommen. Angekommen am Platz fand ich wieder eine verrostete Hütte. Aber diesmal war es kein Relikt aus vergangenen Zeiten. Später am Nachmittag kam eine Person vorbei und schaltete die Pumpe ein. Was von außen total heruntergekommen aussah erwies sich als Pumpstation die im trockenen Herbst mit dem Wasser aus dem Fluß die Felder versorgt.

Die Gegend ist eine Mischung aus Landwirtschaft und Abbau der Angeschwemmten Kiesmengen durch den Fluß. Bei der Zufahrt kam ich an einer Kiesgrube vorbei. Dann eben die Pumpstation für die Bewässerung. Und am anderen Ufer weideten Ziegen und gab es einen Verschlag in dem diese wohl die Nacht verbringen.
Prahova-Fluss
Das charakteristische Gesicht des Prahova-Flusses! Dass er im September recht wenig Wasser führt, ist für diese Jahreszeit absolut typisch, da der Spätsommer in Südrumänien oft sehr trocken ist und die Schneeschmelze aus den Karpaten längst vorbei ist. Der Eindruck von den riesigen Kiesbänken und dem mäandernden Verlauf, den man auf den Satellitenbildern sieht, beschreibt die Geologie dieses Flusses perfekt. Das ist ein Lehrbuchbeispiel für einen sogenannten verwilderten Fluss (Braided River), der sich durch ein breites Bett aus Sedimenten gräbt.Warum der Prahova so riesige Kiesbänke hat:
- Das Einzugsgebiet: Der Prahova entspringt hoch oben in den Bucegi-Bergen der Karpaten. Auf seinem Weg ins Tiefland reißt er bei starkem Regen oder der Schneeschmelze im Frühjahr gewaltige Mengen an Geröll, Kies und Sand aus den Bergen mit.
- Der Tempowechsel: Sobald der Fluss die engen Gebirgstäler verlässt und in die flache Walachei eintritt, verliert das Wasser schlagartig an Fließgeschwindigkeit. Die Strömung reicht dann nicht mehr aus, um die schweren Steine weiterzutransportieren – der Fluss „lädt seine Fracht ab“.
- Das ständige Wandern: Weil sich diese Kiesbänke permanent neu aufschütten, muss sich das Wasser bei jedem Hochwasser neue Wege suchen. Der Fluss teilt sich in viele kleine, ineinander verschlungene Arme auf und verändert sein Bett nach jedem großen Regen komplett.
Genau diese Dynamik sorgt dafür, dass die Flusslandschaft aus der Luft wie ein riesiges, graues Adernetz aus Kies aussieht, durch das sich ein aktuell recht schmales, blaues Band schlängelt.







Abendstimmung am Fluß
- 🗺️ Strecke: Varf nach Aricestii
- 🛣️ Distanz: 76,32 km
- ⏱️ Dauer: 1:46 h
- 🚗 Schnitt: 43,1 km/h
- ⛽ Verbrauch: 7,41 l/100km
Samstag 19. September 2026
Temperatur 13 bis 28 Grad
Heute machte ich in der Nähe von Catanele am letzten Kraftwerk bevor sich der Arges in die weiten der Walachei ergießt halt. Man sieht wie sich der Fluß tief eingegraben hat bevor er an Kraft verliert und gemächlich durch die Walachei fließt. Dies ist das letzte Kraftwerk einer Kette der ich morgen die Transfăgărășan über die transylvanischen Alpen folgen werde.









- 🗺️ Strecke: Aricestii nach Catanele
- 🛣️ Distanz: 97,88 km
- ⏱️ Dauer: 2:10 h
- 🚗 Schnitt: 44,9 km/h
- ⛽ Verbrauch: 7,1 l/100km
Sonntag 20. September 2026
Temperatur 14 bis 26 Grad
Sonnenaufgang und im Morgenlicht merkte ich nach dem Frühstück das sich bei bestem Morgenlicht Reiher im Arges tummeln. Also schnell noch ein paar Fotos bevor es heute in die transylvanischen Alpen geht.









Sonntag ist zu viel los auf der Transfăgărășan. Die ganzen Tagesausflügler aus Bukarest und Umgebung. Jede Menge lokale Kennzeichen. Und dann sind mir mindestens 10 Wohnmobile begegnet. Soviel wie auf der ganzen Reise nicht. Also habe ich nur das Kloster „Sfântul Mare Mucenic Pantelimon” besucht. Und danach den Nachmittag im Transfagarasantreehousevillage ausklingen lassen. Die perfekte Kombination von Natur und Infrastruktur.









Tanken 10,93 RON = 2,08 Euro
- 🗺️ Strecke: Catanele nach Treehousevillage
- 🛣️ Distanz: 99,98 km
- ⏱️ Dauer: 2:43 h
- 🚗 Schnitt: 36,6 km/h
- ⛽ Verbrauch: 9,48 l/100km